Nierenzentrum Mechernich Euskirchen Schleiden

LDL/Lipid/Lp(a)

Die Hypercholesterinämie ist als wesentlicher Risikofaktor für die Arterioskleroseentstehung anerkannt. Insbesondere LDL-Cholesterin und Lipoprotein (a) sind als sogenannte atherogene Faktoren bekannt. In der Regel lassen sich durch eine Ernährungsumstellung und Medikamente die Cholesterinwerte effizient senken. Damit wird auch das Risiko für die Entwicklung oder für eine Verschlechterung einer koronaren Herzerkrankung (KHK) vermindert, es treten weniger Herzinfarkte auf und die Zahl der koronaren Todesfälle geht zurück. Dies ist durch viele Studien belegt.

Allerdings gelingt eine erfolgreiche Therapie der Hypercholesterinämie nicht bei allen Patienten. So kann es durch Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen der cholesterinsenkenden Medikamente unmöglich sein, die angestrebten niedrigen Zielwerte von LDL-Cholesterin und Lipoprotein (a) zu erreichen. Bei angeborenen Veränderungen des Fettstoffwechsels (z.B. LDL-Rezeptordefekt) ist es häufig trotz optimaler medikamentöser Therapie nicht möglich, die Werte von LDL-Cholesterin ausreichend zu senken.

Für diese Patienten, die an einer fortschreitenden koronaren Herzerkrankung auf dem Boden einer therapierefraktären Hypercholesterinämie leiden, bieten wir das einer Hämodialyse ähnliche Verfahren der Lipid-Apherese an, bei der zuverlässig das schädliche LDL-Cholesterin und das Lipoprotein (a) entzogen wird.

Selbstverständlich müssen alle nichtinvasiven lipidsenkenden Verfahren (Diät und Medikamente) zuvor ausgeschöpft sein. Voraussetzung ist ferner eine hohe Motivation des Patienten, der alle beeinflussbaren Risikofaktoren vor Therapiebeginn abgestellt haben muss, also z.B. durch Nikotinverzicht oder Korrektur eines Übergewichtes. Die Lipidapheresetherapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen kardiologischen Zentren und der Uniklinik Bonn.

Bei der LDL- oder Lipid-Apherese, die alle 7 bis 14 Tage durchgeführt wird, wird über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden Blut über einen Filter („Adsorber“) geführt, wodurch – ähnlich der Hämodialyse – die schädlichen Substanzen entfernt werden. Den Patienten müssen dazu zwei Venen punktiert werden, eine Shuntanlage ist in der Regel nicht notwendig. Ziel der Behandlung ist es, ein Fortschreiten der Arteriosklerose zu verhindern, teilweise werden sogar wahrnehmbare Verbesserungen, z.B. durch einen Rückgang von Xanthelasmen erreicht.

Wir bieten in unserer Praxis verschiedene Verfahren der LDL-Apherese an. Für jeden Patienten kann so die optimale Behandlungsstrategie ausgewählt werden.

Ob diese Therapieform für Sie geeignet ist, besprechen wir nach einer sorgfältigen Analyse in unserer Fettstoffwechselsprechstunde, in der Sie einen Termin an beiden Standorten vereinbaren können.